In der Gruppe Leitner Bau setzten sich die SKN St. Pölten Amateure vor Oed/Zeillern und St. Florian durch. Schon im ersten Spiel kam es zum Duell der beiden Gruppenfavoriten St. Pölten und St. Florian, in dem die Niederösterreicher dem mit jungen Spielern bestückten Ex-Klub von Amstetten-Trainer Herbert Panholzer keine Chance ließen und mit 3:1 siegten. Spannend verlief das Gebietsliga-Derby zwischen Oed/Zeillern und Kematen. Bis kurz vor Schluss waren die beiden Torhüter Manuel Hackensöllner und David Mühlböck nicht zu bezwingen, doch in den Schlussminuten setzten sich die Oeder dann doch noch mit 3:0 durch.
In der zweiten Runde hatte St. Pölten mit Kematen beim 4:0 ebensowenig Probleme wie die starken Oeder, die St. Florian mit 6:2 aus der Halle fegten - Matthias Wiesflecker erzielte dabei gleich vier Treffer für Oed. Somit hatten Oed und St. Pölten nach zwei Spielen ihre Viertelfinaltickets gelöst und es ging in der direkten Begegnung nur mehr um die Frage, wer sich den Gruppensieg sichern kann. Oed führte lange durch Matthias Wiesflecker, der schon seinen siebenten Turniertreffer erzielte, mit 1:0, doch St. Pölten schaffte die Wende und holte sich mit einem 3:1 den Gruppensieg. Zwischen Kematen und St. Florian entschied sich das Rennen um Platz drei in der Gruppe. Die Oberösterreicher hatten keine Probleme und sicherten sich mit einem 7:2-Sieg Rang drei. Kematen verabschiedete sich damit als erste Mannschaft aus dem Turnier.
Aus der Gruppe Unistahl schafften es der USC Seitenstetten, der SCU Ardagger und die Rapid Amateure in die Gruppenphase. In dieser höchst ausgeglichenen Gruppe war schon die erste Runde an Dramatik kaum zu überbieten. Ardagger lag gegen die Rapid Amateure bereits mit 0:1 im Rückstand, doch in der Schlussphase drehte das Team von Andreas Gutlederer das Spiel um und siegte mit 2:1. Das Duelle zwischen Seitenstetten und Blindenmarkt schien schnell entschieden, als der USC bereits 3:0 in Führung lag. Doch die Blindenmarkter steckten nicht auf und kamen noch einmal heran. Am Ende setzte sich die größere Klasse der Seitenstettner aber mit 5:4 durch.
Runde zwei eröffnete ein knapper 2:1-Erfolg der Seitenstettner gegen Ardagger, bevor Blindenmarkt die Rapid Amateure an den Rand einer neuerlichen Niederlage brachte. Stefan Hörth brachte den 1.Klasse-Klub mit 2:1 in Führung, doch in der Folge ließen die Blindenmarkter zu viele Möglichkeiten aus, was Rapid eiskalt nutzte und das Spiel mit 4:2 für sich entschied. Blindenmarkt musste somit gegen Ardagger auf seine letzte Chance hoffen und die Rapid Amateure benötigten nur noch einen Punkt, um den bereits fix qualifizierten Seitenstettnern ins Viertelfinale zu folgen. Die zuvor starken Blindenmarkter waren gegen Ardagger allerdings völlig von der Rolle und schon nach neun Minuten führten die Strudengauer, angeführt von Gastspieler Istvan Gajda, mit 7:0. Und es ging auch in dieser Tonart weiter. Erstmals seit langem gab es wieder ein zweistelliges Ergebnis zu vermelden: Ardagger siegte mit 10:2 und bombte sich damit ins Viertelfinale, Blindenmarkt musste die Heimreise antreten. Hochspannend dagegen war das abschließende Spiel zwischen den Rapid Amateuren und Seitenstetten. Die Führung wechselte hin und her und erst fünf Sekunden vor Schluss erzeitle Jelenko das 4:3, mit dem sich Rapid auf Platz zwei hinter Ardagger setzte. Seitenstetten landete punktgleich mit Ardagger und Rapid auf dem dritten Platz und qualifiziert sich ebenfalls bereits für das Viertelfinale.
Einen überraschenden Ausgang brachte die Gruppe Kelag. Titelverteidiger Winklarn setzte sich vor Waidhofen durch. Der SKU Amstetten und Euratsfeld schieden bereits nach der Vorrunde aus.
Veranstalter Amstetten entging in der ersten Runde nur hauchdünn einer Blamage. Der SKU, der aufgrund von vielen Verletzungen mit einer sehr jungen Mannschaft spielte, hatte mit dem SCU Euratsfeld große Probleme. Nur eine starke Vorstellung von Torhüter Markus Friesenecker sicherte dem SKU zumindest einen Punkt gegen die kämpferisch äußerst engagierten Euratsfelder. Waidhofen dagegen hatte mit Vorjahressieger Winklarn überhaupt keine Schwierigkeiten, zeigte tollen Hallenfußball und siegte klar mit 6:2.
In Runde zwei kam es zum mit Spannung erwarteten Duell der beiden Erzrivalen Amstetten und Waidhofen. Nach den Vorstellungen in den ersten Spielen schien die Frage nur nach der Höhe des Waidhofner Siegs zu lauten, doch der SKU hielt mit und konnte zweimal einen Rückstand ausgleichen, bevor Gerhard Berger-Steiner sogar das 3:2 für Amstetten erzielte. Aus dem Sieg wurde allerdings nichts und Thomas Zemann sorgte dafür, dass die Punkte brüderlich geteilt wurden. Eng war auch das Spiel zwischen Winklarn und Euratsfeld. Lange führte Winklarn mit 1:0 und überstand dabei sogar ein Unterzahlspiel. Nikola Stybar gelang in der Schlussminute dann doch noch der Ausgleich für Euratsfeld, doch Winklarns Oldie Zbynek Ginzel schlug eine halbe Minute vor Schluss zurück: 2:1. Damit hatten vor dem letzten Spiel noch alle Teams die Chance auf den Aufstieg, Waidhofen war mit vier Punkten bereits durch. Dem SKU Amstetten genügte im Spiel gegen Winklarn ein Unentschieden, um im Fernduell mit St. Florian zumindest als einer der besten Gruppendritten aufzusteigen. Winklarn ging früh in Führung, der SKU glich durch Alexander Stingl aus, doch dann hatte Winklarn ein Überzahlspiel und erzielte das 2:1. Der SKU konnte den Ausgleich nicht mehr erzielen und schied erstmals seit langer Zeit beim Heimturnier schon in der Vorrunde aus. Winklarn war damit Gruppensieger, da Waidhofen im abschließenden Match gegen Euratsfeld über ein 1:1-Unentschieden nicht hinauskam und nur auf Platz zwei landete. Euratsfeld musste wie Amstetten die Segel streichen.
Viertelfinale:
Im ersten Viertelfinalspiel trafen die beiden Gruppenzweiten Oed/Zeillern und Rapid aufeinander. Die Wiener gingen nach drei Minuten durch Kuleski mit 1:0 in Führung. Fünf Minuten vor Schluss hatten die Oeder Überzahl, eine Minute später stellte Schiedsrichter Palgetshofer sogar noch einen zweiten Rapidler vom Feld. Oed schnürte die verbleidenden zwei Rapid-Spieler in deren Hälfte ein, doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Gerade als der zweite Rapidler wieder zurückkehren durfte, schoss Matthias Wiesflecker den Ausgleich für die Oeder. Sofort im Gegenzug stellten die Rapidler aber durch Lukas Denner auf 2:1. Die Hütteldorfer brachten das Ergebnis über die Zeit und qualifizierten sich damit als erstes Team für das Halbfinale.
Das zweite Viertelfinalspiel bestritten Ardagger und der FC Waidhofen. Mit einem schönen Schuss bringt Manuel Engleder Waidhofen schon nach zwei Minuten in Führung. Wie schon in der Vorrunde spielten die Ybbstaler ordentlichen Hallenfußball, doch Ardagger konnte die Partie offen halten. Nach einem Fehler in der Defensive stand aber dann Manuel Plank plötzlich alleine vor dem Tor und erzielte das 2:0 (6.) für Waidhofen. Danach waren nur noch wenige Torszenen zu sehen, erst vier Minuten vor dem Ende erzielte Stefan Stradner das 3:0. Wenig später entschied Stradner mit seinem zweiten Tor das Spiel endgültig. Somit folgt der FC Waidhofen den Rapid Amateuren ins Semifinale, für Ardagger ist im Viertelfinale Endstation.
Winklarn gegen St. Florian hieß das dritte Duell in der k.o-Phase. Die Oberösterreicher konnten sich knapp als zweitbester Gruppendritter für das Viertelfinale qualifizieren, Winklarn beendete die Gruppe Kelag an der Tabellenspitze. Von Beginn an waren Tormöglichkeiten Mangelware, beide Teams ließen dem Gegner nur wenig Raum. Erst acht Minuten vor Schluss stellte Lukas Wurmlinger auf 1:0, Robert Szó konnte allerdings postwendend ausgleichen. Knapp später legte Szó mit der Ferse für Gastspieler Ladislav Nekvinda auf und der traf zum 2:1 für den Titelverteidiger. Eineinhalb Minuten vor Schluss waren die Winklarner kurz unaufmerksam und das nützte Lukas Wurmlinger zum Ausgleich. Wurmlinger drehte das Spiel zu Beginn der Schlussminute dann sogar noch mit einem Weitschuss. Titelverteidiger Winklarn scheiterte diesmal bereits im Viertelfinale, St. Florian trifft im Halbfinale auf den Sieger aus St. Pölten - Seitenstetten.
Im letzten Viertelfinale zwischen St. Pölten und Seitenstetten ging der USC durch Dominik Kammerhofer schnell in Führung. Christoph Holzer hatte dann Pech, als sein herrlicher Heber nur an die Stange ging - es blieb beim 1:0. Sechs Minuten vor Schluss schoss Patrick Schagerl mit einem Freistoß dann aber den Ausgleich für die Hauptstädter. Bis zum Schluss blieb das Spiel ausgeglichen und spannend. Etwas kurios kamen die Seittenstettner dann aber wieder zum Führungstreffer - nach einem Einwurf scherzelte Gabriel Schagerl den Ball ins lange Eck. In der Schlussminute warfen die St. Pöltner alles nach vorne, doch ohne Erfolg. Die Seitenstettner lösten das letzte Ticket für das Halbfinale.
Halbfinale:
Im ersten Halbfinale duellierten sich die Rapid Amateure und Waidhofen/Ybbs. In den ersten fünf Minuten neutralisierten sich beide Mannschaften weitgehend und es blieb torlos. In der sechsten Minuten gingen die Waidhofner dann mit 1:0 durch Manuel Plank in Führung. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, das nächste Tor gelang aber wieder den Waidhofnern. Stefan Stradner schoss vier Minuten vor Schluss das 2:0 für die Ybbstaler. Rapid gab nicht auf, aber die Waidhofner ließen nicht mehr viel anbrennen und wenn, dann war Torhüter Christoph Haas zur Stelle. Somit steht der FC Waidhofen/Ybbs als erste Mannschaft im Finale.
Im zweiten Halbfinale dauerte es nur eine halbe Minute, ehe Seitenstettens Thomas Felberbauer den Ball über die Linie des St. Florianer Gehäuses drückte. Nicht einmal eine Minute später führte ein Eigentor nach einem Einwurf von Felberbauer zum 2:0 für die Seitenstettner. Und wiederum eine Minute danach schoss Kammerhofer das dritte Tor für den USC, der somit schnell eine klare Führung für sich verbuchen konnte. Lukas Wurmlinger verkürzte danach auf 1:3 für die Florianer - sein bereits achter Turniertreffer. Danach wurde es doch noch einmal spannend - in der sechsten Minute erzielte Sebastian Nuspl den Anschlusstreffer für die Oberösterreicher. Und sofort danach der Ausgleich für die Florianer: Lukas Wurmlinger erzielte sein neuntes Tor an diesem Nachmittag. So schnell wie Seitenstetten klar in Führung gegangen war, so schnell meldete sich St. Florian wieder zurück. Ein super Tor brachte Seitenstetten dann aber wieder in Führung. Dominik Kammerhofer knallte den Ball an die Bande und von dort rollte die Filzkugel zum 4:3 ins Tor der Oberösterreicher. Zwei Minuten vor Schluss erzielte Christian Puchberger das 5:3 für die Seitenstettner - die Vorentscheidung war gefallen. Endgültig entschieden war die Partie dann mit dem 6:3 des Ex-Amstettners Christoph Holzer. Seitenstetten folgt damit dem FC Waidhofen ins große Finale des Stadtwerke Hallenmasters.
Finale:
Im Finale zwischen Waidhofen und Seitenstetten gingen die Ybbstaler nach einer Minute durch ein Tor von Gernot Krimberger mit 1:0 in Führung. Kurz darauf musste Sascha Fahrngruber einen Schuss von Dominik Kammerhofer auf der Linie klären. Die Seitenstettner ließen sich vom frühen Rückstand nicht aus dem Konzept bringen und spielten weiter munter nach vorne. Nach viereinhalb Minuten dann Unterzahl für die Seitenstettner; Christoph Holzer wurde nach einem Foul mit einer Zeitstrafe bedacht. Eine etwas seltsame Entscheidung von Schiedsrichter Robert Weber dezimierte dann auch die Waidhofner, Berthold Teufl bekam die Blaue Karte wegen Handspiels. Puchberger nützte die Chance und erzielte den Ausgleich. Dann brauchte es eine Glanzparade von Philipp Großalber im Seitenstettner Tor, um das Unentschieden halten zu können. Fünf Minuten vor Schluss halfen dann aber auch Großalbers Künste nicht mehr, als Manuel Engleder das 2:1 erzielte. Die Seitenstettner versuchten nun alles, doch an der Waidhofner Abwehr war nicht mehr vorbeizukommen. 30 Sekunden vor Schluss dann aber die Entscheidung - Raphael Pollack erzielte das 3:1 und gleich darauf das 4:1. Eine Sekunde vor Schluss dann sogar noch das 5:1 durch Sascha Fahrngruber. Waidhofen holt sich somit den Titel beim Stadtwerke Hallenmasters 2011.
Stefan Fröhlich, OÖNachrichten
Allstar Team:
Philipp Großalber (Seitenstetten)
Manuel Engleder (Waidhofen)
Dominik Kammerhofer (Seitenstetten)
David Jelenko (Rapid Amateure)
Matthias Wiesflecker (Oed/Zeillern)
Torschützenkönig:
Lukas Wurmlinger - 9 Tore (St. Florian)
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