SKN St. Pölten - SKU Ertl Glas Amstetten 1:3 (1:1)

Amstetten tanzt auch St. Pölten aus und lacht von der Tabellenspitze

SKN St. Pölten:
Knett – Altersberger, Skogen, Buchegger – Kransniqi, Stendera – Amoah, Celic (68. Hausjell), Carlson –Djuricin (68. Ferstl), Perovic (78. Mane).

SKU Ertl Glas Amstetten:
Neudhart – Wimhofer, Offenthaler, Pertlwieser – Köchl (76. Deinhofer), Eisschill, Wimmer, Gragger – Steiger (46. Mayer), Conateh (88. Oberwinkler) – Peham (90+1. Grubhofer).

Tore:
1:0 Stendera (37./Elfm.), 1:1 Peham (41.), 1:2 Wimmer (54.), 1:3 Gragger (70.)

Gelbe Karten:
Buchegger bzw. Köchl

Eine verbesserte SKN-Elf übernahm zunächst das Kommando, zwingende Chancen konnte eine konsequent auftretende Amstettner Mannschaft aber lange Zeit verhindern. Ein nicht unumstrittener Elfmeter verhalf St. Pölten zur Führung, die David Peham vor der Pause per Kopf egalisieren konnte. Im zweiten Abschnitt legte Amstetten einen Zahn zu und deklassierte den Winterkönig nach Strich und Faden. Bei den Heimischen war der Stecker gezogen, der SKU hätte den Schlager am Ende noch höher für sich entscheiden können.
 

Der SKN St. Pölten war die letzten 14 Runden vor der Winterpause an der Tabellenspitze gestanden. Zum Frühjahrsstart verloren die Hauptstädter bei der Vienna überraschend mit 2:1 und fanden sich nach Siegen von Lustenau und Admira zwischenzeitig auf dem vierten Rang wieder! Amstetten lag nach dem 1:1-Auftakt über Wels punktegleich mit dem SKN auf Platz drei, war und ist im Kampf um die Tabellenführung also mittendrin statt nur dabei! Das Hinspiel in Amstetten hatte torlos geendet, packende Szenen waren schon bei diesem letzten NÖ-Derby keine Mangelware gewesen.

Offene Partie zu Beginn
SKN-Coach Cem Sekerlioglu änderte seine Startelf gegenüber der Auftaktrunde gleich an drei Positionen, Patrick Enengl sah dagegen – von der Torhüterposition abgesehen – keinen Änderungsbedarf. Einen Überraschungseffekt landete die Heimelf damit nicht, Amstetten hatte in den ersten Minuten mehr vom Spiel. St. Pölten gelang es in der 5. Minute über Amoah in den gegnerischen Strafraum einzudringen, der Angriff wurde vom SKU jedoch geschickt entschärft. Unsere Mannschaft holte durch Conateh einen Eckball heraus, der nichts einbrachte. Nach weiteren fünf Minuten prüfte SKN-Star Marc Stendera SKU-Schlussmann Simon Neudhardt mit einem Freistoß aus 20 Metern Distanz. Der Amstettner Keeper glänzte mit einer unglaublich starken Parade und fischte das Leder aus der kurzen Kreuzecke.

Verbesserte St. Pöltner kontrollieren das Spiel
Mit Fortdauer des Spiels nahm der SKN das Heft mehr und mehr in die Hand. Mit höherem Spieltempo erarbeiteten sie sich Standardsituationen, die die Gästeabwehr jedoch souverän wegverteidigte. In der 26. Minute ging ein Cornerball der Heimischen an Freund und Feind vorbei, eine Portion Glück hatte der SKU mit im Gepäck. Im Gegenzug setzte sich Alieu Conateh nach einer Steilvorlage gegen Sondre Skogen durch, scheiterte im letzten Moment aber an Keeper Knett. Die erste gute SKU-Chance änderte am Spielstand vorerst ebenfalls nichts.

Schlagabtausch vor der Pause
Ein Tempo-Dribbling von Winfried Amoah in den SKU-Strafraum brachte einen leichten Kontakt am SKN-Flankenspieler mit sich. Schiedsrichter Macanovic entschied sofort auf einen diskussionswürdigen Strafstoß, den Marc Stendera souverän in die linke Ecke zum 1:0 verwandelte (37.). Nur drei Minuten später hatten die Hauptstädter die Vorentscheidung auf dem Fuß, Amoah schob den Ball nach schöner Vorabreit von Djuricin unbedrängt an den linken Pfosten. Pech für St. Pölten nun, das Glück war nach dem schmeichelhaften Elferpfiff offenbar aufgebraucht!

Weitere drei Minuten später schlugen unsere Mannen aber eindrucksvoll zurück und glichen vor dem Pausenpfiff noch aus. Nach einer Steilvorlage auf Alieu Conateh und dessen perfekt getimter Flanke auf den Kopf von David Peham hieß es plötzlich 1:1. Peham nickte die butterweiche Flanke von der rechten Seite aus kurzer Distanz ins Tor und streckte damit die SKU-Fahnen womöglich entscheidend in die Höhe.

Amstetten legt nach Wiederbeginn nach
Nach der Pause drückte Amstetten gleich aufs Gaspedal. Thomas Mayer hatte Joshua Steiger zur Pause ersetzt und brachte frischen Wind in die Offensive. Ein Doppelpass von Mayer mit Sebastian Wimmer brachte bald den 1:2-Führungstreffer für die Enengl-Mannen. Routinier Wimmer vollendete die schöne Aktion vom kurzen Fünfereck mit einem Schuss ins lange Eck zur Amstettner Führung (53.). Amstetten hatte in der Folge seine beste Phase und ließ den Heimischen ab nun keine Luft zum Atmen mehr!

Etwa zwanzig Minuten nach Wiederbeginn holte Amstetten zum K.O.-Schlag aus. Kein Taktieren oder gar ein Spielen auf Zeit, eine Entscheidung durch einen weiteren Treffer war die Devise! Alieu Conateh war in dieser Phase kaum zu halten, der wieselflinke Angreifer kam einem dritten SKU-Treffer in dieser Phase schon nahe.

In der 70. Spielminute war es dann so weit. Conateh flankte von rechts in den Strafraum auf Matthias Gragger, der den bislang so auffälligen Winfried Amoah mit einem Haken austanzen konnte. Der Defensivmann zeigte sich vor dem Tor abgebrüht und donnerte die Kugel aus kurzer Distanz zum 1:3 in die Maschen.

SKU avanciert zu NÖ-Topteam
In den folgenden Minuten wurde den Zuschauern klar, dass es an diesem Abend nur einen Sieger geben konnte. Amstetten ließ Ball und Gegner laufen, gewann fast alle Zweikämpfe und setzte seine eindrucksvolle Erfolgsserie fort. Nach Admira musste auch St. Pölten die starke Form des SKU zur Kenntnis nehmen! David Peham (82.) und Matthias Gragger (86.) hätten das NÖ-Derby noch zu einem Kantersieg machen können. Am überragenden Sieg änderten die ausgelassenen Chancen ohnehin nichts mehr, Amstetten gelang nach dem Ausrutscher der Admira der Sprung an die Tabellenspitze!

 

Fotos: GEPA Pictures

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