SK Sturm Graz II - SKU Ertl Glas Amstetten 3:3 (1:0)

Verrückte zweite Hälfte und torreiches Unentschieden in Leoben

Admiral 2. Liga – 16. Runde / SA 06.12.2025 / 20.00 Uhr

KARTNIGS Werbeprofi Arena (Leoben) / 150 Zuschauer, SR Safak Barmaksiz

SKU Ertl Glas Amstetten:

Estêvão - Pertlwieser, Deinhofer, Wimhofer – Eisschill (62. Steiger) – Gragger (62. Davies), Wimmer, Köchl (80. Würdinger) – Conateh (67. Scherz), Peham, Mayer (62. Grubhofer)
 

SK Sturm Graz II:

Khudiakov - Mustafic, Bakhty (46. Weinhandl), Haider, Bendra - Pernot – Koita (90. Burger), Gurmann – Lazarre (84. Kante) - Sumbu, Jastrzembski (63. Osayantin)
 

Tore:

1:0 Lazarre (26.), 2:0 Sumbu (53.), 2:1 ET Pirker (58.), 2:2 Peham (60.), 2:3 Peham (64.), 3:3 Strafstoß Mustafic (68.)


Gelbe Karten:

Koita (41.); Eisschill (45. +1), Mayer (54.)


Rote Karten:

Estevao (66.)

 

Nach der bärenstarken Hinrunde und Platz 3 in der Tabelle muss der SKU jetzt noch zwei Spiele vor der wohlverdienten Winterpause absolvieren. Das erste davon führt die Amstettner nach Leoben, wo der SK Sturm Graz II aktuell seine Heimspiele austrägt.
 

Der SKU geht nach 3 Auswärtssiegen in Folge als klarer Favorit in die Partie - zum Vergleich: Sturm II hat in der gesamten Hinrunde nur 2 Spiele gewinnen können, die Steirer haben sich aber zuletzt ergebnistechnisch etwas stabilisiert. Personell gibt es beim SKU keine Umstellungen, Trainer Enengl schickt dieselbe Startelf wie letzte Woche gegen Lustenau ins Rennen.
 

Blitzstart von beiden Mannschaften

Das Spiel startet mit viel Tempo, beide Teams suchen gleich den Weg zum gegnerischen Tor. Nach nur knapp einer Minute ist Sturm II bei einem Freistoß gefährlich: Mustafic bringt den Ball direkt vors SKU-Tor, Pernot schießt aus aussichtsreicher Position zum Glück deutlich drüber. Die Antwort darauf gibt der SKU direkt im Gegenzug: Conateh ist nicht vom Ball zu trennen und schickt Topscorer Peham auf die Reise, der verfehlt das lange Eck aus spitzem Winkel.
Gute Chance für die Gäste!
 

Sturm II spielt auf dem holprigen Leobner Rasen munter nach vorne, ist aber vor allem bei Standards gefährlich. Nach 9 Minuten gibt’s Ecke für die Steirer, Mustafic bringt den Ball gut zur Mitte, Sumbu köpfelt glücklicherweise genau auf Estêvão, der Nachschuss geht dann weit übers Tor.
 

Auf der anderen Seite sorgt SKU-Dribblanski Conateh wieder für Gefahr. In der 11. Minute tankt er sich in den Strafraum und versucht sein Glück, der Schuss geht aber am langen Eck vorbei. Dort war Peham ganz frei, einen Pass hätte er nur noch über die Linie drücken müssen!
 

Der SKU ist in dieser Phase optisch überlegen und sorgt für eine weitere sehenswerte Aktion. Nach einer Viertelstunde kann Sturm II eine Flanke in den Strafraum nur kurz klären, Mayer übernimmt den Ball aus 20 Metern direkt und verfehlt das Tor nur knapp. Das wäre ein absolutes Traumtor gewesen!
 

Kalte Dusche für den SKU

Die Partie scheint dann etwas abzuflachen, aber aus einem langen Einwurf für Sturm II gibt’s die kalte Dusche für die Amstettner: der SKU bringt den Ball im Strafraum nicht unter Kontrolle und aus dem Gestocher schießt Lazarre verdeckt und damit unhaltbar in der 26. Minute zum 1:0 ein. Die Führung für die Steirer hat sich nicht unbedingt abgezeichnet, ist aber auch nicht unverdient.
 

Und der Gegentreffer zeigt beim SKU auch keine übermäßige Wirkung, die Amstettner arbeiten sofort am Ausgleich. Nach 33 Minuten kann die Sturm-Abwehr eine SKU-Ecke nicht nachhaltig klären, Conateh fängt den Ball vor dem Strafraum ab und legt auf für Köchl, dessen Weitschuss kann Sturm-Goalie Khudiakov gerade noch übers Tor drehen. Schöne Aktion von allen Beteiligten!
 

Für den SKU wird’s dann vor der Pause noch einmal nach einem ruhenden Ball gefährlich. In der 40. Minute bringt Mustafic eine Ecke gut vor das SKU-Tor, Koita verlängert und Eisschill kann den Ball gerade noch vor der Linie klären. Estêvão war hier schon geschlagen - fast noch das 2:0!
 

Pausenstand 1:0 – es war eine ausgeglichene, attraktive erste Hälfte mit guten Chancen für beide Teams. Der einzige Unterschied: Sturm II hat das Tor gemacht, der SKU eben nicht…
 

Verrückte zweite Hälfte in Leoben

Zum Beginn der zweiten Hälfte drückt der SKU aufs Tempo: man merkt, die Enengl-Elf hat noch einiges vor. Und die erste Chance lässt nicht lange auf sich warten: 3 Minuten nach Wiederbeginn passt Mayer gut auf Peham, der verarbeitet den Ball sehenswert, schießt aber knapp am Tor vorbei.
 

So könnte es gerne weitergehen, es folgt aber zunächst wieder ein Rückschlag für die Amstettner. In der 53. Minute schließt Sturm II den ersten Angriff nach der Pause gleich erfolgreich ab. Der in der Halbzeit eingewechselte Weinhandl spielt steil auf Sumbu und der bezwingt Estêvão. Deinhofer versucht noch zu retten, kommt aber zu spät – damit steht es 2:0.
 

Wer aber dachte, damit wäre die Partie entschieden, der hatte sich schwer getäuscht. Damit ging’s erst richtig los an diesem kalten Abend in Leoben! Der SKU spielt auch nach dem zweiten Gegentreffer weiter nach vorne, in der 58. Minute flankt Conateh in den Strafraum und Sturm-Verteidiger Pirker fälscht den Ball ins eigene Tor ab – nur noch 2:1, schneller Anschlusstreffer für die Gäste aus dem Mostviertel.
 

Nach einer Stunde zieht Mayer denn aufs Sturm-Tor, scheitert an Goalie Khudiakov und wird von einem Verteidiger geblockt, aber Peham pirscht sich heran und staubt erfolgreich ab. Neuer Spielstand 2:2 – der SKU hat innerhalb von nur zwei Minuten einen 2-Tore-Rückstand aufgeholt!

 

SKU geht in Führung, Estêvão muss vom Platz.
Und in der 64. Minute wird’s dann noch besser: Köchl schlägt einen langen Ball in den Strafraum, der eben erst eingewechselte Grubhofer legt für Peham ab und der haut den Ball zum 10ten Mal in dieser Saison in die Maschen. Der SKU hat die Partie in nur 6 Minuten komplett gedreht, die jungen Blackies sind jetzt verständlicherweise völlig von der Rolle!
 

Aber das ist dann kurzzeitig leider auch SKU-Goalie Estêvão. Unmittelbar nach dem 3:2 kann er einen eigentlich harmlosen, langen Ball im Strafraum nicht festhalten, dafür packt er aber kurz bei Blackies-Stürmer Sumbu zu und wird dafür von Schiedsrichter Barmaksiz sofort vom Platz gestellt, Strafstoß gibt’s auch noch. Harte, aber vertretbare Entscheidung – unglückliche Aktion vom Torhüter.
 

Beim SKU kommt der 18jährige Bernhard Scherz ins Tor und damit zu seinem zweiten Einsatz in der 2. Liga. Sein Debüt hat er auch gegen Sturm II gefeiert und daran wohl keine so guten Erinnerungen: das Heimspiel im April 2024 ging mit 1:4 verloren. Diesmal sollte Scherz gleich einen Elfer parieren, den Mustafic aber sicher für die Steirer verwandelt. Nach einer absolut verrückten Viertelstunde in Leoben steht es damit 3:3.
 

Ruhige Schlussphase, gerechte Punkteteilung

Danach wird es deutlich ruhiger, der SKU hat in Unterzahl noch eine gute Möglichkeit nach einem Freistoß des eingewechselten Steiger: Wimmer kommt unmittelbar vor dem Tor zu seiner Chance, haut den Ball aber übers Tor. Auf der anderen Seite versucht Sturm II noch bis zum Schluss, Druck zu machen, kommt aber nur noch zu Halbchancen. Ersatzgoalie Scherz ist in allen brenzligen Situationen ein sicherer Rückhalt für den SKU.
 

Endstand in Leoben 3:3 – das war wirkliche eine zweite Hälfte, wie man sie nicht oft zu sehen bekommt. Unterm Strich ein verdientes Unentschieden - schade, dass der SKU die Führung nicht länger halten konnte, sonst wäre sicher auch ein weiterer Auswärtssieg drinnen gewesen.
 

So dürfen sich die Fans und die Enengl-Elf jetzt noch auf ein absolutes Highlight zum Abschluss der Herbstsaison freuen: das Heimspiel gegen die Admira nächste Woche, wo im Ertl Glas Stadion die beiden aktuell formstärksten Teams der 2. Liga aufeinandertreffen!


Fotos: GEPA pictures

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